Metallteil beschreiben: Funktion, Maße und Werkstoff statt Verfahren
Sonderanfertigung, Bauteil, Maschinenbauteil: Woran ein Angebot hängt, wenn das Fertigungsverfahren noch offen ist, und wie Sie das Teil dafür beschreiben.
Sonderanfertigung aus Metall: Teil statt Katalog
Ein Katalogteil gibt es mit Artikelnummer, Maßtabelle und Preisliste; man wählt es aus und bestellt. Eine Sonderanfertigung aus Metall gibt es erst, wenn jemand sie beschreibt. Sie entsteht nach den Vorgaben des Bestellers und für ihn. Der Grund ist selten Eigensinn: Entweder passt kein Katalogteil in die Baugruppe, oder die Anforderung an Maß, Werkstoff, Oberfläche oder Menge ist so besonders, dass niemand das Teil auf Lager hält.
Die Anfrage zu einer Sonderanfertigung legt fest, was das Teil sein soll: seine Geometrie in der Zeichnung, den Werkstoff, die Stückzahl und die Anforderungen an Oberfläche und Maßhaltigkeit. Sie muss nicht festlegen, wie das Teil entsteht. Welche Arbeitsgänge nötig sind und in welcher Reihenfolge, folgt aus der Zeichnung und steht im Angebot. Wer trotzdem Arbeitsgänge vorgibt, formuliert sie am besten als Anforderung an das Teil: „Funktionsfläche gehärtet“ sagt mehr als „härten“.
Zwischen Katalogteil und Sonderanfertigung liegt das Normteil mit Sonderwunsch: ein Standardteil, das nur in Länge, Werkstoff oder Oberfläche abweicht. Auch das ist eine Sonderanfertigung; die Anfrage nennt dann die Norm und die Abweichung.
Eine Sonderanfertigung ist ein Einzelfall, auch wenn sie sich wiederholt. Wiederkehrende Teile bekommen eine Teilenummer und einen Zeichnungsindex, damit sich jede Bestellung auf denselben Stand bezieht. Ändert sich die Zeichnung, ändert sich der Index.
| Katalogteil | Sonderanfertigung | |
|---|---|---|
| Grundlage | Artikelnummer | Zeichnung und Modell |
| Auswahl | aus einem Programm | durch Beschreibung |
| Änderungen | nicht vorgesehen | in der Zeichnung, mit neuem Index |
| Anfrage | Bestellnummer | Funktion, Maße, Werkstoff, Stückzahl |
Bauteile und Maschinenbauteile fertigen lassen: was die Anfrage braucht
Funktion, Maße, Werkstoff, Stückzahl und Einbausituation: fünf Stichworte, mit denen jemand ein Teil beurteilen kann, ohne Sie anzurufen.
Wer ein Bauteil fertigen lassen will, kennt meistens die Funktion und die Hauptmaße, aber nicht das Verfahren. Das genügt. Bauteile fertigen lassen heißt, diese Angaben so zu nennen, dass das Angebot daraus entstehen kann. Für Maschinenbauteile, die Sie fertigen lassen möchten, kommt vor allem die Einbausituation hinzu: Welche Gegenstücke greifen an, welche Last wirkt, wird das Teil bewegt?
Ein Bauteil muss nicht fertig konstruiert sein, um angefragt zu werden. Eine Skizze mit Hauptmaßen zeigt schon, welche Angaben für ein Angebot noch fehlen. Nicht in die Anfrage gehört dagegen eine Verfahrensvorgabe, die nur eine Vermutung ist: Wer ein Verfahren nennt, weil das Teil danach aussieht, verengt die Auswahl, ohne dass die Funktion es verlangt. Besser ist es, das Teil zu beschreiben und die Entscheidung dem Angebot zu überlassen.
Zwei Beispiele, frei erfunden
Haltewinkel: trägt einen Sensor an einer Grundplatte; zwei Schraubenlöcher, eine Anlagefläche, die eben sein muss; Werkstoff nach Normbezeichnung; 25 Stück; verschraubt, trocken.
Distanzhülse: hält zwei Lager auf Abstand; Länge und Bohrung mit Passung; Werkstoff nach Normbezeichnung; 100 Stück, wiederkehrend; Teilenummer und Index in der Zeichnung.
| Stichwort | Was hineingehört | Beispiel, nur zur Schreibweise |
|---|---|---|
| Funktion | wofür das Teil dient und was es trägt, führt oder abdichtet | Halter für einen Sensor |
| Maße | Hauptmaße, Passungen, Gewinde; den Rest trägt die Zeichnung | Länge, Breite, Dicke, zwei Bohrungen |
| Werkstoff | Bezeichnung nach Norm, mit Zustand | S235JR |
| Stückzahl | Menge je Bestellung, mit Staffel, falls sich das Teil wiederholt | 25, dann 100 |
| Einbausituation | Gegenstücke, Belastung, Umgebung | verschraubt an einer Grundplatte |
Auftragsfertigung bei Metallteilen: was der Begriff heißt
Auftragsfertigung bei Metallteilen bedeutet: Das Teil entsteht im Auftrag und nach den Vorgaben des Auftraggebers, meist nach seiner Zeichnung. Der Begriff stammt aus der Käufersicht. Ihm gegenüber steht der Katalogkauf, bei dem das Teil schon existiert.
Im Einkauf begegnen Ihnen verwandte Wörter: Lohnfertigung, Auftragsarbeit, Fertigung nach Zeichnung. Alle meinen im Kern, dass die Konstruktion beim Auftraggeber liegt. Daraus folgt für die Anfrage etwas Praktisches: Wer die Vorgabe macht, steht auch für ihre Vollständigkeit ein. Fehlt in der Zeichnung ein Maß, kann es niemand erfinden; es wird nachgefragt.
Der Begriff sagt auch nichts über die Größe des Auftrags. Einzelstück, Kleinserie und Wiederholteil laufen unter demselben Wort; unterschiedlich sind die Stückzahl in der Anfrage und die Frage, ob Teilenummer und Index schon vergeben sind.
Die Evotec GmbH liefert Metallteile nach Ihrer Zeichnung und ist Ihr Vertragspartner. Auftragsfertigung Metall heißt in diesem Zusammenhang: Sie geben die Vorgabe, Sie erhalten das Teil, und für Rückfragen und Reklamationen gibt es einen festen Ansprechpartner.
Ob sich ein Teil in Auftrag geben lässt, hängt nicht vom Begriff ab, sondern von der Zeichnung. Ein vollständig beschriebenes Teil, ob Einzelstück oder Wiederholteil, lässt sich anfragen; was zu klären bleibt, nennt die Rückfrage vor dem Angebot.
Häufige Fragen
Ein Teil nach Ihrer Zeichnung statt eines Katalogteils. Die Anfrage beschreibt Funktion, Maße und Werkstoff.
Das Teil entsteht im Auftrag nach den Vorgaben des Auftraggebers, meist nach seiner Zeichnung. Es ist ein Begriff aus der Käufersicht.
Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026
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Zeichnung, Modell und das Ergebnis des Checks genügen als Anfang. Fehlt etwas, kommt die Rückfrage vor dem Angebot.